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Arbeitsgruppe (Wild)tierfreier Zirkus

So sieht das Training junger Elefanten für den Zirkus aus. Und das ist noch ein harmloses Bild.

So sieht das Training junger Elefanten für den Zirkus aus. Und das ist noch ein harmloses Bild.

In früheren Jahrhunderten waren Zirkus und Zoo die einzige Möglichkeit, fremdartige Tiere bestaunen zu können. Auch missgebildete und/oder behinderte Menschen wurden ausgestellt oder zu bestimmten Handlungen gezwungen. Heute werden nur noch Tiere in Zirkussen zwangsweise vorgeführt, die menschlichen Artisten haben diesen Beruf freiwillig gewählt.

Doch wir haben die Biologie und das Verhalten der Tiere inzwischen so weit erforscht, dass als gesichert gilt, dass Tiere leiden können. In Gefangenschaft empfinden sie enormen Stress und Angst. Zirkusse halten Tiere, die in der freien Natur riesige Reviere über hunderte Quadratkilometer durchstreifen, auf engstem Raum und zwingen sie, völlig unnatürliche Haltungen, Bewegungen und Verhaltenweisen zum Vergnügen der Menschen darzubieten. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Stadt und Landkreis Lüneburg stellen Zirkussen, die Wildtiere mit sich führen und zur Schau stellen, immer noch öffentliche Flächen für ihre Aufführungen zur Verfügung. Die Arbeitsgruppe (Wild)tierfreier Zirkus sammelt seit Jahren Unterschriften gegen diese Praxis in Lüneburg und Umgebung. Am 4. Oktober 2012 – dem Welttierschutztag – haben wir der Stadt über 2000 Unterschriften übergeben. Geschehen ist bis heute nichts.

Mit Demonstrationen und anderen Aktionen halten wir die Aufmerksamkeit für dieses Thema weiter offen. Wer aktiv mithelfen möchte, kann sich in den Email-Verteiler zu diesem Thema aufnehmen lassen.

Tina Scholz – ausgebildete und erfahrene Tierschutzlehrerin – kann gern auch in Ihrer Einrichtung zu diesem Thema einen Unterricht abhalten.

Aktuelle Fakten zum Zirkus

In 13 Ländern der EU ist die Haltung von Wildtieren im Zirkus verboten oder sehr stark eingeschränkt. Weltweit schließen sich immer mehr Länder dieser Entwicklung an.
82% der Menschen in Deutschland vertreten laut einer forsa-Umfrage vom Mai 2014 die Auffassung, dass eine artgerechte Haltung von Wildtieren im Zirkus nicht möglich ist.
Im Jahr 2012 waren in Deutschland über 900 Wildtiere – ohne Dromedare, Kamele, Lamas und andere Kameliden – im Zirkusregister erfasst, das 2011 eingerichtet wurde. Darunter 82 Elefanten und 148 Großkatzen, aber auch Affen, Robben, Giraffen, Großbären, Nashörner und Flusspferde. Die Zahlen, die 2012 für einzelne Tierarten veröffentlicht wurden, lassen den Schluss zu, dass noch längst nicht alle Tiere im Register erfasst waren. Neuere Zahlen liegen uns derzeit nicht vor.

Der Bundesrat verlangt seit Jahren ein Verbot von Wildtieren im Zirkus

Der Bundesrat hat die Bundesregierung bereits zwei Mal – zuletzt im November 2011 – aufgefordert, die Haltung bestimmter wild lebender Arten wie Elefanten, Affen und Bären im Zirkus grundsätzlich zu verbieten. Leider beschränkt sich diese Aufforderung nur auf sechs Tierarten und schließt Großkatzen wie Löwen und Tiger nicht ein. Für bereits vorhandene Tiere soll unter Berücksichtigung deren Lebensdauer eine Übergangsfrist vorgesehen werden. Das bedeutet: auch die Umsetzung dieser Aufforderung durch die Bundesregierung, so sie denn käme, würde an der Situation der derzeit in Gefangenschaft lebenden Tiere nichts ändern.

In der Bundesratsdrucksache 300/12 heißt es: „Es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass für einige der genannten Tierarten ein Verbot oder eine Beschränkung des Zurschaustellens an wechselnden Orten aus Gründen des Tierschutzes erforderlich sein könnte. Fortgesetzte Verstöße gegen die Haltungsvorschriften für manche Tierarten sowie die Häufigkeit von Verhaltensauffälligkeiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen der betreffenden Tiere in vielen Zirkusbetrieben weisen darauf hin, dass die Bestimmungen für deren tierschutzgerechte Haltung unter den Bedingungen des Zurschaustellens an wechselnden Orten nicht realisierbar sind.

Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der GRÜNEN im September 2014

Das neue Tierschutzgesetz, das seit 2013 in Kraft ist, ermöglicht zwar ein Verbot oder eine Einschränkung der Zurschaustellung von Wildtieren, aber nur wenn ihnen nachweislich erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden dadurch entstehen. „Bislang konnte nicht belegt werden, dass es Tierarten gibt, für die diese Voraussetzungen vorliegen“ heißt es in der Drucksache 18/2690 des Deutschen Bundestags und weiter: Die Bundesregierung ist sich bewusst, dass die Haltung von Tieren bestimmter wildlebender Arten in Zirkusbetrieben aus der Sicht des Tierschutzes eine besondere Herausforderung darstellt. Sie wird die Situation daher weiter beobachten und gegebenenfalls die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.

Also bleibt wieder einmal alles so, wie es ist.

Keine Wildtiere oder überhaupt keine Tiere?

Veganer*innen vertreten die Auffassung, dass kein Tier zu Unterhaltungs- oder anderen Zwecken benutzt werden sollte. Wir sind uns jedoch bewusst, dass der Wandel von Traditionen und die entsprechende gesetzliche Verankerung manchmal leichter schrittweise durchgeführt werden können. Daher arbeiten wir mit den Organisationen zusammen, die ein gesetzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus anstreben. Wir hoffen, dass dadurch die Attraktivität von Zirkusbesuchen sinkt und eine nachfolgende Abschaffung der gesamten Tierhaltung im Zirkus dadurch erleichtert wird.

Mitmachen

Wer in der Arbeitsgruppe aktiv werden möchte, kann sich über das Kontaktformular dieser Website melden.


Bildquelle: Heather Norwood (http://www.peta.org) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons”
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